von c-schroed am 01.12.2009, 23:20
Dass "Zombieland" ein Knaller wird, war schon aus dem Trailer ersichtlich (der übrigens selbst ein kleines Meisterstück ist - schön dass es noch Leute gibt, die ordentliche Werbung zusammenzimmern können). Wie gut der Film dann aber tatsächlich wurde, das hätte ich mir nie erträumt.
Zuallererst ist Z-Land natürlich eine klassische Horrorkomödie (ich glaube, mittlerweile gibt es für diese spezielle Unterart die Bezeichnung "Zomedy"). Und die funzt auch großartig und strotzt nur so vor kreativen Ideen. So zündet nicht nur jeder Gag (und ist vor allem nur selten als zusammengezimmerte Pointe erkennbar, sondern fast immer schön in die Handlung integriert), auch die Dialoge sind großartig und die Figuren sind einfach nur herrlich gezeichnet. Vor allem bei Columbus verspüre ich dabei den Drang, dem zuständigen Schreiberling auf Knien dafür zu danken, dass er das Rollenschema "Sympathischer Loser" ENDLICH einmal funktionstüchtig und handlungstragend umsetzen konnte (und nicht gewollt peinlich oder einfach nur nervig überzogen). Und gerade in Kombination mit Tallahassee ergeben sich so die wundervollsten Szenen. Gut, die Mädels sind anfangs etwas blass, doch das legt sich schon nach kurzer Zeit. Doch neben der Zeichnung ist es natürlich auch gerade die Darstellung der Figuren, die "Zombieland" um einiges herausragen lässt. Obwohl auch hier die Kerle wieder einen leichten Vorsprung haben - wobei gerade Jesse Eisenberg eine echte Leistung darin erbrachte, sich nicht von Woody Harrelson an die Wand spielen zu lassen. Doch letztlich wirken alle Schauspieler so, als hätte man ihnen ihre Figur auf den Leib geschrieben. Und vor allem ergibt sich im Verlauf des Filmes eine großartige Chemie zwischen allen Figuren. Dazu ein leicht verdaulicher SPOILER: Dieser Chemie ist es auch zu verdanken, dass die eigentlich ziemlich seichte Liebesgeschichte zwischen Columbus und Wichita trotzdem funktioniert - die beiden geben schlichtweg ein zu süßes Paar ab.
Ansonsten weiß Z-Land auch in allen handwerklichen Punkten mehr als zu überzeugen - der Soundtrack ist großartig, die Kameraführung überragend und die gesamte Optik einfach herrlich stimmig. Und der Film hat es geschafft, diese sich heutzutage fast schon epidemisch ausbreitenden neuen in die Szene integrierten Texte sinnvoll, kreativ und vor allem passend animiert einzusetzen. Zur Abwechslung wirkten sie nicht nur wie eine grafische Spielerei, sondern wie eine nützliche Unterstreichung des gewollten Stils. Dass das eine lobenswerte Leistung darstellt, ist fast schon wieder traurig.
Aber kommen wir nun zum für mich mehr als überraschenden Teil: Denn Z-Land empfinde ich tatsächlich als mehr als "nur" eine großartige Komödie. Es ist einer von zwei Filmen in diesem Jahr, die mich in eine ernsthaft sentimentale Stimmung versetzen konnten.Und neben aller Komik auch noch einen solchen Hauch von emotionaler Tiefe einzubauen - das ist eines der Dinge, die in meinen Augen echte Kunst ausmachen.
"Zombieland" funktioniert für mich auf zwei Ebenen: Es ist einerseits eine großartige Komödie für jeden, der einen Zombie auf der Leinwand akzeptieren kann und gleichzeitig ist es eine schön in sich geschlossene Geschichte über Freundschaft und Überleben.
Großartige Figuren, keine einzige langweilige Minute und das exakt nötige Maß an Tiefe - "Zombieland" hat alles, was eine Komödie benötigt. Ich glaube, das Wort "Perfektion" ist angebracht. 10 Punkte.
Idealer Sneakfilm. Ich bleibe allerdings dabei: Als OV hätte ich ihn adäquater gefunden. Nichtsdestotrotz natürlich danke, liebe Sneak.
Allerdings habe ich ein wirklich ungutes Gefühl betreffs der Fotsetzung, da ich gerade das Ende als einen herrlichen Abschluss empfand. Ich weiss wirklich nicht, ob ich diese Geschichte weiterzählt bekommen möchte. Vor allem, wenn 3D-Technologie im Spiel ist (die ja immer noch der momentane Handlungskiller Nummer Eins ist).
There was a young lady of Wright
Who traveled much faster than light
She departed one day
In a relative way
And returned in the previous night.
Stephen Hawking, Eine kurze Geschichte der Zeit